Handwerk mit Haltung. Jugend, Restaurierung und die gesellschaftliche Verantwortung von Balma

In Zeiten fortschreitender Digitalisierung und Automatisierung gewinnen einzigartige Tischlerfertigkeiten und traditionelles Handwerk einen ganz besonderen Wert. In der Möbelfabrik Balma bedeutet die Umsetzung der ESG-Kriterien (Environmental, Social, Governance) unter anderem konkretes Engagement für die lokale Gemeinschaft und die junge Generation. In den Jahren 2022–2026 haben wir gemeinsam mit Berufsschülern ein außergewöhnliches Projekt zur Restaurierung historischer Stühle realisiert. Über die Hintergründe dieser 4-jährigen Initiative, die Ausbildung angehender Tischler und die Leidenschaft für die Herstellung langlebiger Möbel sprechen Magdalena Kaniewska (ESG Managerin bei FM Balma) und Mariusz Majchrzak (Produktionsmeister bei FM Balma).

 

Magdalena Kaniewska: Wann hat das Stuhlrestaurierungsprojekt begonnen und was war der Grundgedanke dahinter?

Mariusz Majchrzak: Das Projekt zur Restaurierung der Stühle, die wir von der Firma Farmeg erhalten haben, begann im Januar 2022. Die letzte Etappe fand im Juni 2026 statt, was bedeutet, dass wir insgesamt drei Ausgaben unter dem gemeinsamen Titel „Entwicklung von Wissen und Fähigkeiten im Bereich der Möbelrestaurierung und Holzverbindungs- und Tischlertechniken“ umgesetzt haben. Jede Ausgabe wurde von der Gemeindeverwaltung Tarnowo Podgórne im Rahmen von Bildungsmitteln für Jugendliche finanziert. Unser Ziel war es, Berufsschülern einen realen Praxisraum zu bieten, um handwerkliche Fähigkeiten zu erwerben – einschließlich präziser, manueller Tischlerarbeit – sowie sie mit der technischen Dokumentation und Werkzeichnungen vertraut zu machen, die im Tischlerhandwerk verwendet werden. Darüber hinaus ging es uns um die Integration der jungen Menschen, die bei uns eine starke, einander unterstützende Gemeinschaft gebildet haben.

MK: Woher stammte eigentlich die Idee für eine solche Initiative?

MM: Der Initiator war der Gründer von Balma, Ryszard Balcerkiewicz. Er hat das Projekt von Anfang an aktiv unterstützt, indem er sein Wissen und seine Erfahrung teilte und die Jugendlichen mit seiner Einstellung zur Arbeit und zum Handwerk inspirierte. Es ist hervorzuheben, dass unsere Zusammenarbeit mit den Jugendlichen – insbesondere mit dem Komplex der Technischen Schulen in Tarnowo Podgórne, deren Gründung von Herrn Ryszard initiiert wurde – seit dem Bestehen der Schule im Jahr 2020 andauert. Wir haben eine Patronatsklasse eingerichtet, damit junge Menschen den Beruf des Tischlers erlernen können. Im Rahmen ihrer Ausbildung absolvieren die Schüler unter unserer Anleitung Praktika in unserer Fabrik und erhalten nach dem Abschluss ein Arbeitsangebot von uns, was von über 50 % der Schüler genutzt wird.

MK: Kommen wir zurück zum Stuhlprojekt. Welche Organisationen haben sich an der Umsetzung beteiligt?

MM: An dem Projekt beteiligten sich Balma, die Schwestergesellschaft Noti, der Komplex der Technischen Schulen in Tarnowo Podgórne, der Komplex der Bau- und Holzfachschulen in Posen sowie der Unternehmerverband Tarnowo. Uns verband ein gemeinsames Ziel: junge Menschen beim Erwerb beruflicher Kompetenzen zu unterstützen und die Leidenschaft für die Arbeit in der Möbelbranche zu wecken. Es muss betont werden, wie wichtig die Rolle der Absolventen der lokalen Schule heute ist, die sich nach jahrelanger Ausbildung entschieden haben, bei uns zu bleiben (diese Gruppe macht zwischen 50 und 70 Prozent aller Auszubildenden aus, die ihr Praktikum bei Balma absolvieren).

MK: Wie viele Schüler haben sich an dieser Aufgabe beteiligt?

MM: Jedes Jahr nahmen etwa 14 Auszubildende, die ihr Praktikum bei Balma absolvierten, an dem Projekt teil. Unter meiner Anleitung stellten sie sich der anspruchsvollen Aufgabe, historische Stühle aus dem 19. und 20. Jahrhundert zu restaurieren, und sammelten dabei wertvolle Berufserfahrung.

MK: Wie viele Stühle wurden insgesamt restauriert?

MM: Insgesamt haben wir 50 Stühle restauriert:

  • 7 im Jahr 2022,
  • 12 im Jahr 2023,
  • 12 im Jahr 2024,
  • 14 im Jahr 2025
  • und 5 im Jahr 2026.

MK: Wie würden Sie dieses Projekt zusammenfassen?

MM: Es war ein äußerst wertvolles Projekt – sowohl für die Schüler als auch für uns als Organisation. Die Jugendlichen erwarben praktische Fähigkeiten, erlernten die Regeln der Arbeit im Produktionsumfeld einschließlich der Arbeitsschutzstandards (Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz) und lernten die Funktionsweise eines modernen Unternehmens kennen. Die Schüler arbeiteten mit verschiedenen Materialien, lernten Restaurierungstechniken, die Klassifizierung von Schäden sowie den fachgerechten Einsatz von Werkzeugen und Oberflächenbeschichtungen kennen.

Hervorzuheben ist auch der soziale Aspekt – der Großteil der restaurierten Möbel wurde für mehrere Auktionen des Großen Orchesters der Weihnachtshilfe (WOŚP) gespendet.

MK: Was gibt Ihnen bei der Arbeit mit Jugendlichen die größte Genugtuung?

MM: Der größte Ansporn für mich ist es, die Entwicklung dieser jungen Menschen zu beobachten – von den ersten, unsicheren Schritten bis zu dem Moment, in dem sie Selbstvertrauen gewinnen und ihre Berufsprüfungen ablegen. Das ist ein Prozess, den man wirklich von Tag zu Tag sieht. Ich darf stolz sagen: Bislang hatten wir eine 100-prozentige Bestehensquote bei den staatlichen Prüfungen, was mir persönlich natürlich eine enorme Genugtuung und großen Stolz auf unsere Jugend bringt.

MK: Vielen Dank für das Gespräch!

 

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Mariusz Majchrzak – Fertigungsmeister bei Fabryka Mebli Balma SA, seit 2006 im Unternehmen tätig. Mit Freude und Engagement unterstützt er junge Menschen in ihrer beruflichen Entwicklung und führt sie in die Welt des Tischlerhandwerks ein.

Magdalena Kaniewska – ESG-Managerin bei Fabryka Mebli Balma SA. Expertin, die Nachhaltigkeit und ESG mit Positiver Psychologie und Kommunikation verbindet. Sie unterstützt den Aufbau einer Organisationskultur, die auf Verantwortung, Achtsamkeit und Beziehungen basiert.

 

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ESG

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