Was bedeutet ESG?
ESG (Environmental, Social, Governance) ist eine Antwort auf den Bedarf, Maßnahmen eines Unternehmens zu messen, zu vergleichen und darüber zu berichten. Es ermöglicht, die Auswirkungen eines Unternehmens auf die Umwelt, die Gesellschaft und die Qualität der Unternehmensführung anhand konkreter Kennzahlen und Daten zu bewerten.
Die Führung einer Organisation aus der ESG-Perspektive umfasst drei Hauptbereiche: Umwelt, Soziales sowie Corporate Governance (Unternehmensführung).
„Für uns ist ESG eine Philosophie der nachhaltigen Entwicklung der Organisation. Sie hilft uns, Fortschritte zu überwachen, Innovationen umzusetzen, Risiken wirksamer zu steuern und einen Wettbewerbsvorteil aufzubauen“, sagt Magdalena Kaniewska, ESG-Managerin bei der Möbelmanufaktur Balma SA.
Strategie vs. ESG-Richtlinien — Unterschiede
Eine Strategie ist ein klar definierter Plan bzw. Ansatz einer Organisation, um konkrete Ziele und Aufgaben zu erreichen. Sie umfasst Entscheidungen und Maßnahmen, die es ermöglichen, Ressourcen und Möglichkeiten des Unternehmens bestmöglich zu nutzen, um die Chancen auf Wachstum zu erhöhen und einen Wettbewerbsvorteil aufzubauen.
Man kann sagen, dass eine Strategie die Roadmap der Organisation ist – sie legt Richtung, Prioritäten und Methoden fest, um gewünschte Ergebnisse zu erzielen. Dazu gehören die Analyse interner und externer Faktoren, die Identifikation von Chancen und Herausforderungen sowie die Ausarbeitung eines Aktionsplans, der Stärken nutzt und Bereiche mit Verbesserungsbedarf minimiert.
Eine Richtlinie (Policy) hingegen ist eine Sammlung von Grundsätzen und Leitlinien, die die Entscheidungsfindung in der Organisation steuern. Sie definiert den generellen Umgang mit bestimmten Themen und bildet den Rahmen für konsistentes, bewusstes Handeln. Dadurch wenden die Menschen in der Organisation ein einheitliches Vorgehen an und arbeiten auf gemeinsame Ziele hin.
Zusammenfassend sind ESG-Strategie und ESG-Richtlinien zwei miteinander verbundene, aber unterschiedliche Begriffe. Die Strategie legt langfristige Unternehmensziele und Wege zu deren Umsetzung fest, während Richtlinien eine Sammlung von Grundsätzen und Leitlinien darstellen, die die Umsetzung dieser Ziele unterstützen.
Arten von Richtlinien
In der Geschäftspraxis umfasst ESG-Management unter anderem Umweltfragen, Menschenrechte, Integrität im Geschäftsverkehr, Arbeitsbeziehungen, Lieferketten, Chancengleichheit oder die Auswirkungen neuer Technologien.
„Bei Balma haben wir eine übergeordnete Richtlinie für nachhaltige Entwicklung geschaffen, die mit unserem Integrierten Managementsystem sowie mit der ESG-Strategie für 2024–2026 im Einklang steht. Einzelne ESG-Bereiche regeln wir durch detailliertere Dokumente. Dazu gehören: eine Anti-Korruptions-Richtlinie, eine Menschenrechtsrichtlinie, eine Richtlinie zur Prävention von Mobbing und Diskriminierung sowie eine Richtlinie zum Schutz von Hinweisgebern. In naher Zukunft planen wir zudem die Einführung einer Sicherheitsrichtlinie“, erläutert Magdalena Kaniewska.
Sie fügt hinzu: „Außerdem haben wir den Balma-Verhaltenskodex sowie den Verhaltenskodex für Lieferanten erstellt – eine Sammlung ethischer Grundsätze, an denen wir uns im Alltag orientieren. Organisatorische Themen, einschließlich Benefits für Balma-Mitarbeitende, regeln wir in separaten Dokumenten, wie z. B. der Regelung zum Möbelkauf mit Rabatt oder der Regelung für Mitarbeitendenempfehlungen.“
Die Ordnung der ESG-bezogenen Dokumentation dient unter anderem dazu, Wissen und innerhalb der Organisation geltende Grundsätze zu systematisieren, die aus Sicht der Stakeholder wichtig sind. Die wichtigsten Materialien, die das Arbeitsumfeld und das Unternehmensumfeld beeinflussen, sollen erläutern, warum bestimmte Lösungen eingeführt werden, und zeigen, wie jeder Elemente der nachhaltigen Entwicklung in seine täglichen Aufgaben integrieren kann.